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Ambulante Operationen
Ambulante Operationen sind möglich, wenn keine Begleiterkrankungen des Patienten eine stationäre Überwachung erfordern, und wenn die häusliche Versorgung gesichert ist. Je nach Eingriff kann eine örtliche Betäubung oder eine Vollnarkose erforderlich sein. Kleinere Eingriffe in örtlicher Betäubung führe ich in der Praxis durch. Für Eingriffe, die eine Vollnarkose oder Leitungsanästhesie erfordern, gehe ich mit meinen Patienten in das OP-Zentrum am Hofgarten in der Luise-Dumont-Str.1 in Düsseldorf, eine Anästhesie-Gemeinschaftpraxis, die mehrere OP-Säle zur Verfügung stellt.
Beispiele ambulanter Operationen, die ich bei meinen Patienten durchführe:
Handchirurgie:
- Ganglion-Entfernung (Cysten, sog. "Überbeine", am Handgelenk, an den Fingern oder auch anderen Gelenken): Ganglien sind meist mit gallertiger Masse gefüllt und finden sich am häufigsten am Handgelenk streckseitig oder auch beugeseitig. Sie stehen in Verbindung mit einem Gelenk oder einer Sehnenscheide. Bei der Operation wird das ganze Ganglion freipräpariert und entfernt, seine Verbindung ins Gelenk unterbunden.
- Carpaltunnelsyndrom (Einengung des Mittelnervs, N. medianus): Beim Carpaltunnelsyndrom bestehen Schmerzen, Mißempfindungen und Taubheitsgefühl im Bereich des Daumens, Zeigefingers und Mittelfingers. Die Beschwerden treten meist nachts am stärksten auf, so dass die Patienten aufwachen und ihre Hände ausschütteln und kühlen. Hervorgerufen werden diese Symptome durch eine Quetschung des Mittelnerves im sogenannten Carpaltunnel, einem engen Kanal über der Handwurzel. Bei der Operation wird das Tunneldach (das Carpalband) durchtrennt, der Nerv freigelegt und befreit. Die nächtlichen Schmerzen sind meist schon in der ersten Nacht nach der Operation verschwunden. Das Taubheitsgefühl braucht länger, um zu verschwinden, insbesondere wenn schon längere Zeit Symptome bestanden.
- Dupuytren'sche Erkrankung: Hierbei kommt es zur Ausbildung von Knoten und Strangbildungen unter der Haut der Hohlhand und der Finger. Durch Verkürzung der Stränge kommen die Finger zunehmend in eine Beugefehlstellung (sie können nicht mehr gestreckt werden), so dass es dann zu einer Behinderung beim Zufassen kommt. Selten treten lokale Druckschmerzen durch die Knotenbildung auf. Bei der Operation werden die Stränge und Knoten entfernt, wobei die feinen Nervenbahnen und Blutgefäße, die die Finger versorgen, dargestellt und geschont werden. Wenn die Fehlstellung der Finger nicht zu ausgeprägt war und die Veränderungen nicht zu lange bestanden, gelingt es meistens, die Finger wieder in eine komplette Streckung zu bringen.
- Ringbandspaltung bei "schnellenden" Fingern: Bei Verdickungen der Fingerbeugesehnen in der Hohlhand kann es zum Hängenbleiben der Sehnen in den engen Ringbändern kommen. Dies merkt der Patient beim Bewegen der Finger. Sie bleiben in Beugestellung hängen und lassen sich erst durch erhöhten Kraftaufwand oder mit Hilfe der anderen Hand wieder lösen, so dass es zum typischen "Schnappen" oder "Schnellen" des Fingers bei den Bewegungen kommt. Bei der Operation wird die Sehnenscheide in der Hohlhand eröffnet und das Ringband durchtrennt, so dass die Sehne wieder ungehindert gleiten kann und der Finger nicht mehr hängenbleibt. Wichtig ist, dass der Patient bald nach der Operation den Finger wieder bewegt, damit die Narbenbildung über der Sehne diese nicht wieder beeinträchtigt.
- Tendovaginitis de Quervain (einengende Sehnenscheidenentzündung des Daumenstreckers): Hierbei handelt es sich um eine Sehnenscheidenentzündung des 1. Strecksehnenfaches am Handgelenk, bei der es zu Schmerzen entlang des Sehnenverlaufes vom Daumen bis zum Unterarm kommen kann. Die Strecksehnen des Daumens laufen in einem engen Kanal, in dem durch die Gewebeschwellung nicht mehr genug Platz ist. Wenn die konservative Therapie keinen bleibenden Erfolg bringt, wird das Strecksehnenfach eröffnet, so dass die Sehnen wieder frei gleiten können.
- Rhizarthrose (Daumensattelgelenksverschleiß): Der Verschleiß des Daumensattelgelenkes macht sich durch lokale Schmerzen bemerkbar, vor allem beim Zufassen und Arbeiten mit der Hand. Wenn die Beschwerden durch Medikamente und andere konservative Methoden nicht hinreichend in den Griff zu bekommen sind, empfiehlt sich eine Operation, bei der ein Handwurzelknochen (das große Vieleckbein) entfernt wird. Nach der Operation sind die Schmerzen in der Regel behoben, auch wenn einige Wochen bis zur völligen Schmerzfreiheit vergehen können. Ein geringer Kraftverlust in der Hand ist möglich, jedoch ist die Hand insgesamt wieder viel besser einsetzbar als vor der Operation.
Fußchirurgie:
- Vorfußkorrekturen (z.B. bei Hallux valgus oder Hallux rigidus, Spreizfuß mit Druckschwielen unter dem Vorfuß): Die Spreizfußbildung betrifft in der Regel häufiger Frauen, insbesondere durch die chronische Belastung des Vorfußes durch hochhackige Schuhe. Die Auswirkungen eines zunehmenden Spreizfußes mit Abflachung des Quergewölbes des Vorfußes können verschiedene Folgen haben.
Durch das Auseinanderweichen der Mittelfußknochen kommt es zu einer zunehmenden Fehlstellung der großen Zehe (Hallux valgus), die teilweise die 2. Zehe beiseite schiebt. Es kommt zur Ausbildung von Hammerzehen. Durch das abgeflachte Quergewölbe des Vorfußes kann eine druckschmerzhafte Schwiele unter dem 2. und 3. Mittelfußköpfchen entstehen. Sind diese Veränderungen ausgeprägt und behindern den Patienten schmerzhaft beim Gehen, sollten entsprechende operative Korrekturen durchgeführt werden.
Beim Hallux valgus kommen gelenkerhaltende oder gelenkentfernende Verfahren zur Anwendung: Bei intaktem Grundgelenk der Großzehe wird eine Verschmälerung des Spreizfußes durch eine sog. "Umstellungsosteotomie" vorgenommen, d.h. der 1. Mittelfußknochen wird durchtrennt und das Mittelfußköpfchen nach innen verschoben und wieder fixiert. Liegt bei Hallux valgus ein Verschleiß des Grundgelenkes vor oder sind die Beschwerden nur durch den erheblichen Verschleiß des Grundgelenkes mit zunehmender Einsteifung bedingt (Hallux rigidus), wird die Grundgliedbasis der Großzehe entfernt.
Bei Hammerzehe oder Krallenzehe wird ein Teil des Zehengrundgliedes entfernt, so dass sich die Zehe wieder flach einpassen kann und keine Druckstelle mehr bildet.
Bei Mittelfußschmerz mit Schwiele unter den Mittelfußköpfchen 2.-4. werden diese Mittelfußknochen durchtrennt, damit sich durch Hochschieben der Mittelfußköpfchen wieder ein Quergewölbe ausbilden kann.
Knochen- und Weichteilchirurgie:
- Die Entfernung von Haut- oder Weichteiltumoren, z.B. von im Unterhautfettgewebe liegenden Fettgewebsgeschwülsten (Lipome) oder Bindegewebsgeschwülsten (Fibrome) ist meist in lokaler Betäubung möglich. Metallentfernungen nach operativ versorgten Knochenbrüchen können ambulant durchgeführt werden, wenn das Material gut zu lokalisieren ist. Bei Materialentfernungen nach Osteosynthesen der großen Knochen und Gelenke, z.B. Oberschenkel und Hüfte ist allerdings eher ein kurzer stationärer Aufenthalt erforderlich.
- Entzündungen der Haut/Weichteile bedürfen der angepassten Behandlung je nach Lokalisation und Eindringtiefe. Abszeßbildungen (Eiterherde) müssen in aller Regel durch einen Schnitt eröffnet und operativ gesäubert werden. Je nach Lokalisation der Eiterherde ist ggf. eine stationäre Behandlung erforderlich, ebenso wie bei Knochen- und/oder Gelenkinfektionen.
Gelenkchirurgie:
- Die Arthroskopie (Spiegelung) der Gelenke, d.h. das minimalinvasive Eingehen in die Gelenke über zwei kleine Schnitte zur Diagnostik und Therapie von Gelenkerkrankungen, hat die Behandlung von Gelenkerkrankungen erheblich verändert. Insbesondere sind die sonst durch den Operationsschnitt gesetzten Verletzungen an den Gelenkkapselstrukturen und ggf. Bändern deutlich geringer.
Die Kniegelenks-Arthroskopie ist bei weitem die am häufigsten durchgeführte Arthroskopie. Verschiedene Erkrankungen oder Verletzungen können eine Kniearthroskopie erforderlich machen. Meist sind degenerative Meniskusschäden und/oder Knorpelschäden, manchmal Verletzungen des vorderen Kreuzbandes der Grund. Bei der Arthroskopie können z.B. zerrissene Menikusanteile entfernt und schadhafte Knorpelareale geglättet werden. Auch können sog. "freie Gelenkkörper" aus dem Knie entfernt werden.
Die Arthroskopie anderer Gelenke, z.B. Schultergelenk oder oberes Sprunggelenk, wird insgesamt deutlich seltener durchgeführt. Auch bei diesen Gelenken ist die Arthroskopie oft sehr hilfreich. Je nach Befund ist eventuell auch eine offene Gelenkoperation erforderlich.
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